Biblische Chronologie und Archäologie

19 Januar, 2012

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Biblische Chronologie und Archäologie

Ein Artikel von Rainer Langlotz

Die "Eichung" der biblischen Chronologie

Es ist lange bekannt, daß die bis heute übliche christliche Zeitrechnung auf einem Rechenfehler des Mönchs Dionysus Exiguus im 6. nachchristlichen Jahrhundert beruht. Die Geburt Jesu fällt daher keineswegs ins Jahr 1 n.Chr.“, sondern sie ereignete sich bereits einige Jahre früher. Im zweiten Teil des Artikels untersuchen wir gemeinsam weitere biblische Ereignisse.

Seit wenigen Jahren besitzen wir geologische und archäologische Befunde, die es erlauben, an die bis zu 1564 Jahre auseinander liegenden Chronologien des Masoretischen Textes und der Septuaginta einen objektiven Maßstab anzulegen.

Es handelt sich um die Entdeckung und Datierung geologischer Großereignisse, die ihre Entsprechungen in der Heiligen Schrift besitzen.

1. Fixpunkt: Bosporusüberflutung

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Eine geologische Untersuchung des Meeres am Bosporus hat zu Beginn der 1990er Jahre ergeben, daß sich fast genau 7500 Jahre vorher eine gewaltige Katastrophe ereignet haben muß. Am Ende einer besonders warmen Periode, die die letzten Eiszeitgletscher zum Schmelzen brachte, stieg der Pegel des Mittelmeers bis zur Höhe der damals noch geschlossenen Barriere zwischen Mittelmeer und dem damaligen Schwarzmeersee. Am Ende durchbrachen die Fluten die dünne Landbrücke, welche beide Gewässer trennte und ergossen sich in den ca. 120 Meter tiefer liegenden Süßwassersee, das damalige Schwarze Meer. In kurzer Zeit wurde dabei eine Landfläche von ca. 120.000 qkm überflutet und bildet seitdem die Schelfregion des schwarzen Meeres. [1]

Die systematische Untersuchung des Meeresbodens ist im Gange. Noch ist umstritten, was letztendlich diese Verbindung zweier Meere bewirkt hat. Während die Entdecker dieses Großereignisses Pitman und Ryan für ein allmähliches Überlaufen des Mittelmeeres plädieren, erscheint es anderen wahrscheinlich, daß ein Asteroiden bzw. Kometeneinschlag, oder eine Erdbebenkatastrophe eine Flutwelle verursachte, die dann ihrerseits das Faß zum Überlaufen brachte.

310-30Das Bosporusereignis liegt zeitlich weit entfernt von jenem Punkt, an dem die Zeitrechnung des Masoretischen Textes oder auch der samaritanischen Torah einsetzt. Um so überraschender ist, daß der ermittelte Zeitpunkt dieser Katastrophe von 5550 v.Chr., mit 5508, dem Datum von Adams Auszug aus dem Garten Eden nach der Septuaginta, nahezu exakt übereinstimmt. [2]

Der Masoretische Text der heutigen jüdischen und christlichen Bibeln beginnt die Zeitrechnung „nach Adam“ dagegen mit dem Jahr 3944 v.Chr., womit sich kein bekanntes Großereignis verknüpfen läßt. Offenbar ist das, was die Torah, gemäß Septuaginta als das Jahr 1 der Geschichte festlegt, ein Zeitpunkt unmittelbar nach einer globalen Katastrophe, die den Bosporusdurchbruch bewirkte und die Menschheit in vielen Regionen stark dezimiert haben dürfte.

In diesen Zusammenhang gehört auch die Entdeckung der Botaniker, daß einige unserer wichtigsten Kulturpflanzen – es sind gerade jene, die in der Bibel als Pflanzen des Paradieses gelten – ursprünglich alle in den Regionen um das schwarze Meer beheimatet waren. [3]

War Adams Paradies also identisch mit dem heutigen Georgien oder mit jener einst so fruchtbaren Ebene am Donaudelta, die heute den Grund der Schelfregion des schwarzen Meeres bildet? Auf jeden Fall gilt: Der Beginn der biblischen Zeitrechnung gemäß der ältesten Version ist innerhalb der Fehlergrenzen der C14-Datierung identisch mit dem Datum der Überflutung des Schwarzmeerbinnensees durch das ansteigende Mittelmeer.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Ausgabe Magazin 2000plus - Ausgabe 310

 

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