Verschärfte Wirtschaftssanktionen

15 September, 2014

Wirtschaftssanktionen gegen Russland werden zum Bumerang

Verschärfte Wirtschaftssanktionen

Am 29.7. beschloss die EU neue verschärfte Wirtschaftssanktionen, womit u.a. staatliche russische Banken und Unternehmen keine Kredite in Europa mehr erhalten und westliche Investoren für Geschäfte in Russland keine Kredite über 90 Tage Laufzeit mehr erhalten. In der EU produzierte Waren, die militärisch nutzbar sind, unterliegen einem Embargo.

Zuvor wurde in Frankreich und Deutschland eindringlich gewarnt, dass Europa sich damit beträchtlich selbst schaden werde. Philippe PEGORIER, Chef der französischen Firma Alstom und Präsident der Association of European Business (AEB), die die Interessen in Russland tätiger europäischer Unternehmen vertritt, sagte der französischen Wirtschaftszeitung L’Opinion: „Die Aussetzung aller Verträge mit Russland würde 300.000 Entlassungen in Deutschland und mindestens 100.000 in Frankreich bedeuten. Europa steht für 75% der ausländischen Investitionen in Russland und die EU ist Russlands wichtigster Handelspartner.“

Ähnlich äußerte sich Andreas Steininger vom Ost-Institut der Deutschen Wirtschaft. Der Ausschluss vom EU-Kapitalmarkt werde Russland nur begrenzt treffen, weil es 472 Mrd. Euro harte Devisenreserven hat. Auch die neue BRICSBank werde Moskau Kredit geben, und Russland werde noch genug aus Öl- und Gasexporten einnehmen. Dagegen werden deutschen Mittelstandsfirmen schutzlos sein, wenn ihr Russlandgeschäft wegen der Sanktionen zusammenbricht. Die großen russischen Konzerne würden vor den Sanktionen geschützt, weil sie den Binnenmarkt beherrschen und staatliche Unterstützung genießen.

Die Sanktionen haben aber auch Löcher. Die Nicht-EU-Staaten Schweiz und Norwegen sind nicht betroffen. Damit kann Russland weiter in der Schweiz Kredite aufnehmen, und Genf ist auch ein wichtiger Handelsplatz für russische Güter. Norwegen ist einer der größten Hersteller von Bohrausrüstung der Welt, besonders für die Arktis, was bedeutet, dass das EU-Embargo auf Bohrtechnik Russland nicht völlig davon abschneidet. Trotzdem werden aber auch die Schweiz und Norwegen werden unter den Folgen der Sanktionen leiden.

Quelle: Magazin2000plus Printausgabe Nr. 358

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