Lesenswertes Interview mit Martin van Creveld

04 April, 2014

29.3.2014 - Lesenswertes Interview mit Martin van Creveld:

"Ans Hakenkreuz geschlagen". Operativ genial, strategisch blind, in Verbrechen verstrickt, aber nicht verbrecherisch: Interview mit dem israelischen Historiker .... Martin van Creveld über die deutsche Wehrmacht


Es gibt eine Theorie, wonach große Reiche weniger aus Expansionsgier denn aus Angst entstehen. Rom etwa ist nach diesem Modell groß geworden, weil es einen Nachbarn nach dem anderen angriff, von dem es sich bedroht fühlte — was im Falle Karthagos oder Germaniens ja nicht aus der Luft gegriffen war. Auf Hitler gedreht: War die Bedrohung, die er empfand, irgendwo real?
van Creveld: Hitlers Grundidee war: Deutschland wird entweder eine Großmacht oder — angesichts der erstaunlich an Wachstum zulegenden Sowjetunion auf der einen und der USA auf der anderen Seite — überhaupt keine Macht. Das war keine schlechte Prognose. Zu seinen Generälen sagte er im November 1937, der Krieg werde zwischen 1943 und 45 beginnen oder die neue Ausrüstung der Wehrmacht werde veraltet sein. Auch das war keine schlechte Prognose. Zuletzt haben wir bereits festgestellt: Hätte Hitler Stalin nicht angegriffen, hätte Stalin nahezu sicher an irgendeinem Punkt Hitler angegriffen. Möglicherweise ist die Lektion aus alledem einfach: Angst ist ein schlechter Ratgeber.

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