Mission "Swarm"

17 August, 2014

Das Magnetfeld der Erde wird aus dem All erforscht

Mission "Swarm"

In der Mission „Swarm“ (Schwarm) sollen Satelliten Antworten finden auf ungeklärte Fragen, zum Beispiel die, warum das Schutzschild der Erde immer schwächer wird. Drei solcher Satelliten schwärmten Ende letzten Jahres bereits aus, um Einblicke in die Prozesse des Erdinneren zu gewinnen.

Nach jahrelangen Vorbereitungen startete im Norden Rußlands die neue Satellitenmission der Europäischen Weltraumagentur Esa, um aus dem Erdorbit das Magnetfeld unseres blauen Planeten ins Visier zu nehmen. Die drei Forschungssatelliten werden in den nächsten Jahren diesen irdischen Schutzschirm genau vermessen, der uns vor der zerstörerischen kosmischen Strahlung bewahrt. Auch für die Klimaforschung könnten die erwarteten Meßergebnisse bedeutsam sein.
Zum Erdmagnetfeld gibt es noch eine Vielzahl von ungeklärten Fragen. Bekannt ist, daß es wesentlich durch die Erdrotation erzeugt wird und daß es sich ständig verändert. Bekannt ist auch, daß es unseren Planeten vor dem Beschuß durch geladene Teilchen in Sonnenstürmen schützt. Ohne diesen Schutzschild wäre Leben auf der Erde nicht möglich.

Auch über Sonnenstürme will man mehr erfahren, denn besonders heftige Teilchenströme von der Sonne können unserer Alltagsleben massiv beeinträchtigen, schwere Sonnenstürme haben in der Vergangenheit bereits zu Stromausfällen geführt, auch Kommunikationssatelliten und Navigationssysteme können durch aus der Sonne herausgeschleuderte Teilchenwolken lahmgelegt werden.
Gerade deshalb auch macht es Sorge, daß die Stärke unseres Schutzschildes ständig schwankt – zumal seit geraumer Zeit auch Zeichen einer erheblichen Schwächung des Magnetfelds zu erkennen sind, wie die Esa berichtet. Diese Veränderungen sollen die drei „Swarm“-Satelliten, die baugleich sind,  nun genauer erforschen.

Durch die Analyse der Eigenschaften unseres Magnetfelds könnte die Esa-Mission den Forschern zu weitreichenden neuen Erkenntnisse verhelfen – über die natürlichen Prozesse tief in der zwiebelförmig aufgebauten Erde, mögliche Zusammenhänge mit dem globalen Klimawandel und über das Weltraumwetter, das von der Sonnenaktivität bestimmt wird. Diese Informationen wiederum könnten bei der Suche nach den Ursachen für die derzeitige Magnetfeld-Abschwächung helfen. Vier Jahre lang sollen die Satelliten die Geheimnisse unseres kosmischen Schutzschildes ergründen. Die neue Esa-Mission könnte auch von praktischem Nutzen sein, denn die Meßdaten von „Swarm“ helfen möglicherweise auch dabei, die Genauigkeit von Navigationssystemen zu erhöhen. Auch die Vorhersage von Erdbeben könnte verbessert werden.

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